KAPITEL 4.
Ich war so aufgeregt an jenem Tag, als ich im Bett lag und nachdachte , wie ich heute meine Probetraining absolvieren sollte. Heute war es mein bisher wichtigster Tag in meinem Leben. Auf einmal nickte ich ein ohne zu bemerken , dass ich schon lange im Bad sein müsste und mich bereit machen müsste für diese scheiss Schule. Ich träumte , das ich mal ein schönes Leben haben werde ohne Probleme, ohne Geldsorgen wie meine armen Eltern. Ich möchte mal ein geiles Leben haben mit Geld, Erfolg, Frauen, Liebe, einfach alles was das Herz begehrt. Und genau in diesem Moment platzte meine stinksaure Mutter ins Zimmer rein. ,, Steh sofort auf und geh ins Bad, du bist Spät dran.'' Ohne zu zögern stand ich sofort auf, zog mich an. ,, Kennt ihr das Gefühl wenn ihr ganz schnell vom Bett aufsteht und euch ganz schwindelig wird und ihr würdet am liebsten wieder ins Bett fallen und einschlafen?" Ich schon...und das hab nicht nur einmal in der Woche sondern 5 Tage die Woche , und das immer weil ich verpenn! Als ich mich angezogen hatte rannte ich ganz schnell ins Bad, wusch mir meine Zähne danach ging ich in den Wohngang zog mir meine Schuhe an und schwupsidups war ich schon draussen von diesem Loch. Keine Perpektive ,nichts gibt es hier in dieser verdammter ,verdreckten scheiss Gegend. Alles voll Ausländerhassenden Spanischen Bastarden . Alles das ging mir durch den Kopf während ich in den Schulbus stieg. Auf irgendeine Weise kam mir an diesem Tag die Fahrt zur Schule nicht lang vor. Die Schule ging für mich nach 4 Stunden dann schon zu Ende. Vorallem in den letzten 15 Minuten der Englischstunde, dachte ich mir nur noch, wie es sich wohl anfühlte, Spieler des F.C. Granada zu sein, denn Leute, habt ihr es schon vergessen?! Ich hab heute mein Probetraining. Heute geht es um alles. Nach dem es Schulaus war lief ich sofort zur Bushaltestelle und wartete auf den Bus, der mich zur Sportanlage von Granada brachte. Die Fahrt war sehr kurz, nach 3 Stationen musste ich schon aussteigen. Bei der Sportanlage angelangt lief ich nach vorne zu den Trainingsfeldern und schaute mir die anderen an, wie sie so spielten. Auf einmal packte mich jemand an den Schultern drehte mich um und sagte:,, Du bist doch George, du machst heute ein Probetraining bei uns, oder?"Ich antwortete:,, Ja genau." ,, Also komm mal mit mit mir." Der Tainer führte mich in eine Kabine, wo ich mich anziehen konnte. Die Kabine war voll noch mit anderen Kindern, die mich anstarrten als wäre ich ein Ausserirdischer. Ich setzte mich hin und zog mich schnell an, ich wollte nicht angesprochen werden. Ich hatte nicht grade die tollsten und schönsten Fussballschuhe wie die anderen in der Kabine, da meine Eltern einfach kein Geld hatten. Alle anderen kamen mit den neusten Adidas und Nikeschuhen, ich war der einzige mit meinen kaputten, schwarzen Einkaufszentrumsschuhe. Als ich bereit war lief ich aus der Kabine zum Spielfeld. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Alle dachten sich nichts bei mir. Sie hielten mich für einen assozialen, dreckigen, schwarzen Flüchtling, doch das war mir in diesen eineinhalb Stunden Training egal. Ich nahm jeden einzelnen auseinander. Keine konnte mir das Wasser reichen. Alles staunten. Sie konnten's nicht fassen, das so etwas wie ich, so ein Talent besitzt. Ich schoss Tore und Tore, ich konnte nicht mal mitzählen so viele waren es. Meine Technik, meine Ausdauer, die Ballkontrolle, der Tempowechsel, das war alles zu gut für die andern. Gott war bei mir an diesem Tag, ich habe alles ihm zu verdanken. Und als der Trainer nach dem Training zu mir kam und mir sagte, das ich ab jetzt bei der U-18 desF.C. Granada spielen darf, konnte ich mein Glück kaum fassen.